Wenn Wunder sich selbst choreografieren


von Januar 2025 bis 2026

11. Februar 2026

Technologies of letting wonders happen
— scores for movement

Ich kenne einige Menschen, die an Wunder glauben.
Aber nur wenige, die zwischen ihnen navigieren und sie wirklich einladen.

Heute dachte ich an dich.
Und lade ein, mit mir kurz zum Anfang 2025 zu reisen
und darauf zu achten, wie sich Ereignisse manchmal magisch aneinanderreihen.

Das Geheimnis sind keine großen Gesten.
Es sind kleine Schritte.
Schritte, die wir bemerken müssen, um sie später zu choreografieren.

Hey dearest Reader -

Letzten Winter verbrachte ich im Senegal.
Ich war berauscht von der Biennale, von einer nicht-westlich zentrierten Kunstszene.
Fast täglich besuchte ich die Raw Material Base, lernte die Performerin Nora Chipaumire kennen und lieben und setzte mich mit Felwine Sarrs Gedanken zu Displacement, Replacement und Non-Placement auseinander.

Hier siehst du uns — meinen Partner Moïse und mich — am Strand von Dakar an Neujahr 2025.

Zu diesem Zeitpunkt lebten wir seit 3 Jahren
auf 7.000 km Entfernung. Wir verbrannten hier unsere Wünsche für das kommende Jahr, baten den Ozean, unser Zeuge zu sein, und ließen den Wind unsere Wunder im Rauch gen Himmel tragen.

Damals konnten wir uns nicht vorstellen,
dass Moïse vier Monate später nach Düsseldorf kommen dürfte. Dass das Kultursekretariat NRW und das Weltkunstzimmer uns einladen würden, gemeinsam zu forschen, wie sich Kunstinstitutionen ihrem Publikum öffnen können.
Oder dass ein wunderbarer Freund und Unterstützer meiner Kunst meinem Partner einen Ausbildungsvertrag anbietet — damit ein touristisches Visum sich in einen längeren deutschen Aufenthaltstitel verwandelte.

Gestenfolge 1:


Verbringe Zeit damit, dir genau vorzustellen,
wie sich deine neue, beste Realität anfühlt. Denn alle Realitäten sind verhandelbar.

Meine Wunder vergangene, gegenwärtige und zukünftige gehören nicht zur Dingwelt.
Sie sind verbunden mit den Gegenwarts-strömen unserer aller gemeinsamen Realität. In meiner Tagebuchzeichnung siehst Du die Wirkungskräfte von Zusammenhängen.

Im Sommer standen wir auf dem Hauptplatz in Ratingen West. Kein Ozean. Keine Biennale. Aber dieselbe Bewegung. Ich choreografiere mit Leien das Stück CARDIAC, wir trainierten täglich auf Suburbs Straßen, bis zur Aufführung.

Während meiner Studienzeit an der Kunstakademie Düsseldorf irritierte mich oft die entkörperlichte, sehr kopflastige Annäherung an Konzepte. Meine Organe juckten während der Vorlesungen.

Ich beschloss, mehr community work aus tanzenden Subkulturen in meine Praxis und mein Atelier einzuladen.
So entstand diese Einladung von Anne Schülke, die seit Jahren in der Peripherie von Düsseldorf — in Ratingen West — durch ihr Projekt PARROTS AND SWANS Kunst zum blühen bringt. Hier erhält Kunst ein anderes Echo, als in den Galerien und Institutionen der Innenstadt. Vielleicht sind Wunder nicht ortsgebunden. Vielleicht brauchen sie nur Aufmerksamkeit.

Danke Euch für eine wunderbare Zusammenarbeit, Anne Schülke, Julia Wurm, Moïse Daouda Fall, Jana Gries, Christian & Patrizia, Zilva und Till Bödeker und die Unterstützung der Gingko Foundation

Gestenfolge 2:

Manchmal kommen Wunder früher als gedacht.
Die Frage ist nur, ob ich sie rechtzeitig erkenne.
Erkenne Wunder von weitem. Und lobe sie in deinen persönlichen Gesten der Dankbarkeit.

Liebe Reader,

danke, dass du dir nach dem Kurs Zeit für dein Feedback genommen hast.
Ich habe mir alles aufmerksam durchgelesen.

Viele von euch haben beschrieben, dass ihr euch sicher und gut begleitet gefühlt habt.
Dass ihr überrascht wart, wie viel sich über Bewegung lösen oder zeigen kann.
Und dass ihr etwas Konkretes mit in euren Alltag nehmt – mehr Präsenz, mehr Körperbewusstsein, mehr Klarheit.

Genau darum geht es mir in dieser Arbeit.
Nicht um „höher, schneller, spiritueller“.
Sondern um innere Stabilität, die wirklich im Körper ankommt.

Mir ist bewusst, dass wir uns jetzt erstmal eine Weile nicht sehen. Umso wichtiger ist mir zu sagen:
Das, was ihr angestoßen habt, gehört euch. Ihr braucht keinen perfekten Trainingsplan und keine Disziplin-Challenge. Es reicht, wenn ihr euch zwischendurch bewusst erinnert und kleine Momente von Verbindung in euren Alltag einbaut.

Falls du spürst, dass du diesen Prozess weiter vertiefen möchtest:
Am 28.2. und 1.3. gebe ich wieder einen Wochenendkurs.

Es wird wieder Raum geben für Bewegung, Ausdruck und ehrliche Begegnung – in einer kleinen Gruppe und mit persönlicher Begleitung.

Wenn es sich stimmig anfühlt, freue ich mich, dich dort wiederzusehen.
Und wenn nicht, hoffe ich, dass du dir selbst weiterhin diesen Raum zugestehst.

Danke für dein Vertrauen.

Wenn du Lust hast, diese Erfahrung zu teilen, antworte gern auf diese Mail.


warm hugs,

xoxo
Daria

Ich lade dich ein, mit mir zu tanzen –
durch Erinnerungen, Energie und kleine Wunder im Körper.

600 1st Ave, Ste 330 PMB 92768, Seattle, WA 98104-2246

Daria Nazarenko

I explore how bodies move through and shape space, with a focus on urban and postindustrial landscapes. My work draws on the choreographic potential of everyday routines.

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